Das Bettermann-Imperium
Erik
Bettermann, das g'standene Mannsbild aus Bre-
men, herrscht über einen Vielvölkerstaat in einem
fast babylonischen Medienimperium von mehr als
100 Sprachen. Das ist so ziemlich einmalig auf der
Welt. Deutschland als Meinungsmacher, kommt
nicht immer gut an. Besonders dort nicht, wo 'Presse-
freiheit' noch immer ein Fremdwort ist, oder wo Regie-
rungen mit anderen Mitteln gerne ein eigenes Bild
für seine Wähler und Bürger zeichnen würden.
Wie

im Nahostfeldzug George W.
Bushs gegen
den Bösewicht und Weltzerstörer Saddam
Hussein. Während des
Irakkriegs war die 'freie' Be-
richterstattung in englisch-
er Sprache, ausgestrahlt in allen US-Bundesstaaten, den 'Masterplan-Strategen'
der USA ein gewaltiger Dorn im Auge...
"Sie
hören nun eine
Sendung der
deutschen
Steuerzahler..."
Die

Deutsche Welle strahlt ihr
Radio- und TV-Programm täglich rund um die Uhr in alle Welt aus.
Für

den Empfang wer-den keine
Gebühren er-hoben, lediglich eine Satellitenantenne mit dem notwendigen
Reci-ver ist zum Empfang der Programme notwendig.
Zuständig

für die
lau- fenden Kosten und die gigantischen Gebäude-komplexe in Bonn (Radio)
und Berlin (TV-Studio) sind seit nun mehr rund 50 Jahren die deutschen Steuer-zahler,
die dafür jährlich mit rund einer Drittelmil- liarde Euro zur Kasse
gebeten werden tag- täglich also mehr als 750.000 Euro...

Harte Zeiten...
Begonnen hatte alles vor 50 Jahren und der "Kalte Krieg"
zwischen Ost und West gehörte sicherlich zu den alt-ehrwürdigen Gründern
der "Deutsche-Welle-Idee". 1953 rebellierten in 272 Orten und Plätzen
Hunderttausende von DDR-Arbeitern gegen ihr Regime; Stalin starb in diesem Jahr
und die Polen und Ungarn gingen 1956, trotz der blutig niedergeschlagenen Arbeiter-bewegung
in Ostberlin, auf die Strasse.
Otto
John, der Präsident des
Bundes-amtes für Verfassungsschutz, wech-selte die Fronten und ging in
den Os-ten, in Kuba putschte sich Fidel Castro an die Macht und im Nahen Osten
drohte ein Dritter Weltkrieg am Suez-Kanal. Die Zeit war also reif, sich mit
einem weltweit zu empfangenden Pro-gramm Gehör zu verschaffen...
Zudem
gab es nun bereits die ersten
röhrenlosen, tragbaren Transistor-Ra-dios, was die Idee vermutlich noch
beflügelte, weltweit Stimmung und Meinung zu machen.

Die
Idee, weltweit Meinungen zu prägen oder, wenn erforderlich, Stimmung zu
machen, ist zwar nicht neu, war jedoch schon immer effektiv. Genau betrachtet,
reiht sich die Deutsche Welle damit im Sammelsorium der 'Großen-Bruder-Kette'
ein und darf über jeden Unbill der Zeit berichten, ohne jedoch am Ruf des
wachenden Mütterleins zu kratzen. Da beißt die Maus keinen Faden
ab.
Trotzdem:

gut, dass es sie gibt,
die gute alte Deutsche Welle ohne sie wären die Holocaust-Greuel-Erinnerungen
Nazi-Deutschlands um ei-niges ärmer...
Adenauer/Strauß-Idee:
Stimmungsmache
im einstigen "Kalten Krieg"
Die Deutsche Welle heute
Die

Deutsche Welle erreicht
inzwischen mit ihren Hörfunk- und TV-Pro-grammen weltweit mehr als 90 Millionen
Hörer bzw. Zuschauer. Das Funk-haus (Radio) sendet aus Bonn das DW-Fernsehen
aus Berlin. Etwa 65 Mio. Hörer empfangen nach Angaben der Deutschen Welle
wöchentlich die Radioprogramme wieviele davon auch tatsächlich
zuhören, kann man sicher nur schätzen. 8,5 Millionen wöchentliche
Hörer sind deutsch-sprachig.
Deutsche

Welle-TV wird in der Berliner
Voltastraße produziert, wo auch die Redaktionen, Studios und die Technik von
DW-TV untergebracht sind. Der Jahresetat belief sich im Jahr 2003 auf 277 Millionen
Euro (etwa eine halbe Milliarde DM). Das alljährliche Gerangel um den Jahresetat
wurde durch Erik Bettermann vor etwa einem Jahr beendet und die DW erhielt die
politische Zustimmung und Garantie nun für mehrere Jahre fix planen zu
können, was die Haushaltsplanung seit 2004 erheblich vereinfacht. Der Empgang
der Deutschen Welle ist gebührenfrei die Kosten trägt Vater
Staat (siehe Kasten links).
Die Lage spitzt sich zu.
Am 17. Juni 1953 rollen
russische Panzer in Ost-Berlin ein, um den Auf-
stand der Arbeiter nie-
derzuwalzen...