Auswanderer treten in der neuen Wahlheimat zwar be- scheidener
auf als Sextouris-ten, doch dafür fallen deren negative Erfahrungen in
ca. 8 von 10 Fällen weitaus drastischer aus. Denn oft kommt
mit der Erkenntnis, dass es wohl doch nicht die ersehnte
'reine Liebe' war. Auch die, dass mit der 'Dame des Herzens' nun
auch das ge- samte Vermögen dahin ist.
Die
wenigsten
Männer se- hen im neu entflammten ex- otische Liebesglück
auslän- discher Mädchen den ver-ständlichen
Wunsch, endlich durch einen Europäer ver-sorgt zu sein bzw.
'ausge-sorgt zu haben'. Machoman liebäugelt eher mit
dem Ge-danken, dass "hier die Mäd-chen noch ganz anders sind"
und daher auch ältere Männer mögen, oder überhaupt das
Auftreten und Aussehen des Mannes für sie keine Rolle spielt.
Das
aber
ist ein ziemlich weit verbreiteter Irrtum. In vielen
'Exotenländern' achtet die Volksseele viel mehr auf das äußere
Erscheinungs-bild, als man das von der alten Heimat her kennt. Philip-pininnen,
Paraguayerinnen, Ukrainerinnen etc. legen enormen Wert
auf einen gewissen 'äußeren Schein', der Wohlhabenheit,
Kultiviert-heit und eine unerschöpfliche Quelle an schnödem Mam-mon
vermuten lässt. Mehr Schein als Sein ist immer noch besser, als
vor dem Rest der Welt (insbesondere vor der Familie und Freunden) zugestehen
zu müssen, mit dem jetzt endlich ergatterten Deutschen, Schweizer
oder Österreicher wohl doch nicht den großen Wurf gelandet zu haben...
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Trautes Heim...
Seit
fünf
Jahren ist Rudolf Mehringer (67) mit einer 25-jährigen Einheimischen ver-
heiratet. Als dann das 'Mitge-brachte' zuende war, zogen die beiden in ein
kleines Häuschen auf dem Hof von Rosas Mutter.

Ihren Lebensuntehalt bestrei-ten
die beiden mit Rudolfs kleiner Rente, die 'drüben zu viel zum Sterben und
zu wenig zum Leben gewesen wäre...'



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Abgebrannt und fern der Heimat...
Bernd Still (Name geändert) aus dem eidgenös-sischen Bern ist einer von
ihnen. Wozu andere zu-
weilen, ein oder zwei Jahre benötigen scha
fte er in der Rekordzeit von nur fünf Monaten. Danach waren die mitgebrachten
90.000 Fränkli futsch und er ärmer als je zuvor in seinem Leben. Bei ihm
war es die bildhübsche 23jährige Kaen, die ihn dazu überredete,
sein Geld in den den Nightclub ihres Schwagers einzubringen.
Ein lukratives Unternehmen, wie es schien, und vor allem ohne den kaum fortzudenkenden
deutschsprachigen Vermittler, denn 'diese seien die Schlimmsten', verriet
man dem Schweizer im Verschwörerton um die eingewanderten Deutschen,
Österreicher und Schweizer müsse man stets einen großen Bogen machen. Außerdem
hätte man selbst ohnehin die besseren Drähte zu den Behörden...
"Kaen
war die heißeste Frau, die ich je im Bett hatte", erinnert sich Bernd
Still heute, aber es klingt nur noch wenig begeistert. "Schuld an der
Scheiße war eigentlich nicht sie, sondern die blöden Gesetze hier, die ei-nem
Ausländer nicht gestatten, ein Geschäft auf den eigenen Namen an-zuleiern.
Du musst immer einen Thailänder vorschieben und wenn der nicht sauber ist,
bist du deine Franken los!"
Generell
gilt
für Europäer, die Thailand als ihr neues Domizilland wählen, dass auch hier
eher Spezialisten gefragt sind, und jeder, der eine ge-sicherte Existenzgrundlage
anstrebt, diese am besten mitbringt. Bernd Still erfüllte diese Voraussetzungen
zumindest was die Fränkli angingen. Mitbesitzer eines Nightclubs
zu sein, direkt aus der Quelle der exotisch-willigen Thaimädchen zu schöpfen
und dabei noch 'jemand zu sein', das erschein ihm ein reizvoller Gedanke.
"Diese
Mistratte hat mich regelrecht erpresst!" erinnert sich Bernd. "Kaen
war gar nicht seine Schwägerin, sondern sie schaffte für das miese Schwein
an. Mein Geld war ich vermutlich schon drei Tage nach der Unterschrift, die
mich zum Teilhaber machen sollte, los. Aber das kriegte ich natürlich nicht
mit. Als nach drei Monaten immer noch nichts von dem angekündigten Umbau in
Sicht war, da knöpfte ich mir Kaen's Pseudo-schwager vor und wollte wissen,
was los ist. Aber plötzlich verstand der kein Englisch mehr. Naja, und da
bin ich halt ausgerastet..."
Das
äußerte
sich darin, dass der Schwager, der gar keiner war, plötzlich eine gebrochene
Nase hatte und Bernd sich eine Stunde später in einer Zelle wiederfand, deren
Beschaffenheit ihm bei der Erinnerung noch heute eine Gänsehaut auf die Arme
treibt. Das Spiel war gelaufen, der klägliche Rest seines Geldes ging für
Anwälte und Schmiergelder drauf und als er nach Wochen harten Ringens endlich
wieder aus dem Knast kam, floh er so rasch es eben ging nach Bangkok, wo er
inzwischen ab und zu, wenn er gebraucht wird als Aushilfskellner
arbeitet. Kaen, die Traumfrau, mit der er drei Monate lang Bett, Geld und
Zimmerschlüssel teilte, sah er nie wieder...

In diesem Beitrag geht es ausnahmsweise mal nicht über den Ausverkauf 'frisch eingetroffener Polinnen' oder Ukrainerinnen, und nicht über die wöchentlichen 'Liebesclipper', die bis an den Rand gefüllt mit hoffnungs-freudigen Spätjunggesellen gen Süden fliegen, sondern um die Schick-sale von Deutschen, die Herz und Geld und am Ende auch die Angebetete selbst verloren.
Asien-Love...
Geld
und
Frau weg kein außergewöhnliches Drama unter alleinstehenden
Auswanderern, die immer wieder überall in der Welt ihr Herz und Geld allzu
vertrauensselig an exo-tische Landesschönheiten verlieren.
Über
triste
Auswanderer-schicksale und enttäu-schte Romanzen aus Thailand
könnte man ein dickes Buch schreiben.
Günther D.,
selbst
seit 7 Jahren mit einer Thai- länderin verheiratet und im diplomatischen
Chor tätig:
"Bis
auf
einige Ausnah- men sind alle Mädchen, die sich mit einem Euro- päer einlassen,
Prostitu- ierte. Die wenigen ande- ren sind in der Regel so bettelarm, dass
ihnen al- les egal ist. Eine Thai-länderin aus gutem Haus wird nur sehr
selten einen Europäer heiraten ihre Eltern würden das nie zu-lassen.
Nicht nur wegen des buddhistischen Glau-bens, sondern auch, weil die meisten
Österreicher bzw. Deutschen und Schweizer hier nicht ge-rade den besten Ruf
ge-nießen.
Die
Touristen
brechen al- le Tabus, küssen Mäd- chen auf offener Strasse, streichen
Klosterschülern über ihren rasierten Kopf und benehmen sich
wie die Axt im Wald. Wenn also ein Europäer eine
Thailänderin aus einem guten Haus mit Erlaubnis ihrer Eltern heiratet,
dann darf dieser mit Recht von sich behaupten, so etwas wie ein 'Auserwählter'
zu sein..."
Schallgrenze Armut
Armut
ist es in der Regel, welche die Schallgrenze zur Prostitution
bei Tau- senden von Mädchen in zahlreichen Ländern die-
ser Welt überschreiten lässt. Dabei stehen fast
immer zwei Hoffnungen ganz oben auf der Liste der Wünsche:
Ausreichend
Geld
zu ver- dienen um den Lebens- unterhalt für sich selbst,
oft auch für die Familie, zu verdienen und einen möglichst
gut situierten Europäer zu finden, um aus dem
Teufelskreis der Prostitution wieder her- auszukommen.
Je
länger
sich ein Mäd- chen in dieser Szene be- wegt, um so
'abgebrüh- ter' macht sie der Job und um so mehr reduzie-
ren sich ihre Wunschvor- stellungen vom idealen Partner. Bis irgendwann
jeder recht ist. Hauptsa- che: "Erst mal raus aus der Szene oder
weg von der Armut..."
Jürgen
Zentler, Brasilien: "Mentalitätsunterschiede, völlig differente
Lebens- und Kulturkreise, zuwei- len auch eine vorange-
gangene Postitution der neuen Lebenspartnerin, bauen bei vielen Auslän-
der enorme Hürden auf. Diese begreifen die Betrof-fenen aber
erst nach eini-ger Zeit, wenn der Lebens-alltag in die Beziehung ein-kehrt
und dann nichts mehr so ist, wie in der Zeit des Kennenlernens.
Viele
Mädchen
erkennen erst dann, dass der Alltag im erträumten abge- sicherten Leben
absolut nicht dem entspricht, wie sie sich das ausgemalt hatten. Mit dieser
Er- kenntnis geht dann oft das Samenkorn auf, darüber nachzudenken,
wie man mit dem Geld des Part-ners, aber am liebsten ohne ihn, ein besseres
Leben führen könnte.
Das
Drama
um Liebe und Geld, um Geprellte und eifrig zusammenarbeiten- de Familienmitglieder,
die den Ausländer schröpfen wollen, nimmt damit oft seinen Anfang...