


Beispiel 1:
Kerstin
Wellner
(25) aus Berlin verließ vor vier Jahren Deutschland, weil 'Unflexibilität
und festgefahrene Karriereaussichten' ihre Unzufriedenheit immer mehr wachsen
ließen, bis sie sich schließlich dazu entschloss, in die Vereinigten Staaten
auszuwandern. "Ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass ich in den
USA wieder ganz von vorne angefangen habe und mich innerhalb der vier Jahre,
die ich nun hier lebe, soweit hochgearbeitet habe, dass ich jetzt das
fünffache verdiene, meinen Hochschulabschluss nachmachen konnte und inzwischen
Soziologie studiere. Auf gar keinen Fall würde ich wieder nach
Deutschland zurückgehen!"
Beispiel
2:
Erich
Schulte,
der wegen seiner kleinen Tochter, die in Deutschland unter einer
schweren Neurodermitis litt, nach Paraguay aus- wanderte, wo das Kind
heute wie jedes andere normale Kind lebt. "Als sie immer mehr litt, habe
ich meine Firma aufgelöst und wir sind ziemlich unvorbereitet nach Paraguay
ausgewandert. Unser Start war nicht leicht, aber zur Ruhe setzen wollte
ich mich eigentlich auch nicht. Wir begannen damit, Auto-ersatzteile
zu importieren, es kam eine eigene Reparaturwerkstatt hinzu und dann ging
es rasant aufwärts."
Das
Erfolgsgeheimnis
der Schultes: Immenses Fachwissen, Innovations-freude und genug mitgebrachtes
Eigenkapital. "Hier in Paraguay ist die Mund-zu-Mund-Propaganda enorm.
Die meisten unserer Kunden fahren nun seit langem mal wieder
ihr Auto störungsfrei. So was spricht sich schnell rum. Wer im Ausland sein
Know-how und sein Fachwissen einbringt und wer über genügend Kapital verfügt,
um die Aufbauphase unbeschadet zu überstehen, der wird auch sein Glück finden.
Wir würden jedenfalls nicht mehr zurück wollen, denn auch seine Freizeit kann
man hier sinnvoll gestalten."
B
eispiel
3:
Christine
Schmall aus Lima, Peru: "Ich lebe nun bereits seit sechs Jahren in Peru
und habe mich dank meines peruanischen Lebenspartners sehr gut in meiner neuen
Heimat eingelebt. Dabei ist Peru sicher kein 'einfa-ches Einwanderungsland',
denn Erdbeben, Regierungskrisen und poli-tische Skandale sorgen sporadisch
für Schlagzeilen, doch bislang bereute ich den Schritt, Deutschland zu verlassen,
nicht.
Sehr wichtig ist die
Bereitschaft der Einwanderer zur Integration. Viele scheitern eigentlich nur,
weil sie sich nicht an die neuen Umstände und an die andere Mentalität der
Mitmenschen gewöhnen können oder wollen. Wer aber nicht bereit ist, die Gegebenheiten
eines neuen Landes zu akzeptieren, der wird vermutlich auch nie zufrieden
sein."
Be
ispiel 4:
Heike
Messerklinger
aus dem niederbayerischen Altötting über ihr neues Leben in Kanada: "Wir
haben anfangs Arbeiten angenommen die weit unter unserer Ausbildung lagen,
um uns über Wasser zu halten. Aber trotz aller emotionalen Berg- und Talfahrten
die wir mitgemacht haben sind wir sehr zufrieden, dass wir den Schritt hierher
gewagt haben. Wir fanden auch schnell einen sehr großen, multikulturellen
Freundeskreis und bei sämt-lichen Behördengängen wurde uns Verständnis und
Entgegenkommen gezeigt.
Und
obwohl
es in den Großstädten Kanadas genauso turbulent zugeht, wie in europäischen
Großstädten, lebt man doch sehr viel freier und unkomplizierter hier."
Finanzielle Unabhängig-
keit! Sie scheint in fast allen Auswanderungs- ländern dieser Erde die Richtschnur
über Zufrie- denheit und Frust zu ziehen. Sie kann sich durch einen
guten Job ausdrücken, durch finan-zielle Polster oder Rück-lagen, durch Vermögen,
Renteneinkünfte oder ähnliches. Fehlt jedoch diese relativ abschätz-bare sichere
Geld- oder Einnahmequelle (aus der alten Heimat oder in der neuen Wahlheimat),
dann verdrängen Exis-tenzängste oder ein kar-ger, mühsamer Broter-werb meist
sehr rasch die Wahrnehmungsfähig- keit für die angenehmen Seiten des Einwande.-rungslandes.

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